13 Anbieter auf der Jobbörse vertreten
Hameln-Pyrmont (mafi). Wenn Unternehmen in der konjunkturellen Krise Arbeitskräfte abbauen, gehören Zeitarbeiter zu den ersten, die den Betrieb verlassen müssen. Vor diesem Hintergrund findet am Freitag, 13. Februar, in Hameln die dritte "Jobbörse Zeitarbeit" statt. Doch Sorgenfalten sind bei den Veranstaltern und Teilnehmern nicht zu erkennen. "Zeitarbeit gibt den Leihfirmen die Flexibilität, um Auftragsschwankungen zu bewältigen – gerade auch in Konjunkturkrisen", sagt Gerhard Durchstecher, Leiter des Job-Centers Hameln-Pyrmont. In seinen Räumen wird die regionale Schau der Zeitarbeitsbranche veranstaltet. 730 der 11000 Langzeitarbeitslosen aus der Job-Center-Datei wurden sogar verpflichtet, sich zwischen 8 und 13 Uhr über die Beschäftigung bei einem Leiharbeitsanbieter zu informieren. Auch die Arbeitsagentur hat einem Teil ihrer Kunden empfohlen, diesen Vormittag im Forum des Job-Centers zu nutzen, um Kontakte zu knüpfen und sich beraten zu lassen. Die Chefin der Arbeitsagentur Hameln, Ursula Rose, verweist darauf, dass im vorigen Jahr ein Viertel der Stellen von Zeitarbeitsunternehmen ausgeschrieben waren. Auch wenn es nun Entlassungen gegeben habe, seien die Verleihfirmen weiter an guten Kräften interessiert. Es sei nach wie vor "Bewegung im Markt".
AdU informierte über Kurzarbeit
Weil sich in dieser Situation die Weiterbildung von Arbeitnehmern anbiete, hat die Jobbörse einen entsprechenden neuen Schwerpunkt bekommen. Neben den Arbeitsbehörden, 13 Zeitarbeitsfirmen, dem Handwerk und den Gewerkschaften sind mehrere Bildungsträger vor Ort. "Für die Wiedereinstellung von Leiharbeitnehmern wird die Bundesagentur für Arbeit 2009 und 2010 Zuschüsse zur Qualifizierung bereitstellen", hat die Bundesregierung im Konjunkturpaket II angekündigt. Durchstecher und Rose erklären: "Die Zeitarbeit sowie die Weiterbildung sind ein Sprungbrett zur Beschäftigung und Einkommenssicherung auch in schwierigeren Zeiten."
Die Arbeitskräfteverleiher sind unterschiedlich stark von dem Wirtschaftseinbruch betroffen. Während etwa Hilde Hermann (S&D) berichtet, 50 Prozent der Mitarbeiter verloren zu haben, meldet Bianca Müller (Teilzeit M. Thiele): "Wir haben keinen Leerlauf; alle Mitarbeiter sind im Einsatz." Uwe Scheibler (AB Zeitpersonal) spricht von einer "undramatischen Lage". Er glaubt, dass es ab März/April mit der Wirtschaft aufwärtsgeht. Nach Auskunft von Margret Jäger (Manpower) ist "das Helfergeschäft abgebrochen", der kaufmännische und Facharbeiter-Sektor "läuft hingegen recht gut". Das bestätigt Petra Timm (Randstad): "Je höher die Qualifikation, desto unwahrscheinlicher die Entlassung." Laut Wolfgang Meier (Impuls) ist jetzt die Qualifizierung der Arbeitssuchenden wichtig.
"Qualifizierung statt Entlassung" – das war gestern auch das Thema einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes AdU in den Räumen der Arbeitsagentur Hameln. Gut 50 Arbeitgeber aus Hameln-Pyrmont und Schaumburg informierten sich über die Verknüpfung von Kurzarbeit und staatlich geförderter Weiterbildung. Im Januar gab es im Agenturbezirk Hameln 100 Anzeigen von Kurzarbeit; 2073 Beschäftigte waren davon betroffen. AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus appellierte an die Unternehmen, rechtzeitig zu reagieren. "Die Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld sind ein Herzstück des Konjunkturpaketes II", betonte er. Agenturleiterin Rose erinnerte, die Bundesregierung wolle die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld und die Antragstellung vereinfachen und die Unternehmen zur Hälfte von den Sozialversicherungsbeiträgen entlasten.TERMINDie "Jobbörse Zeitarbeit 2009" läuft am Freitag, 13. Februar, von 8 bis 13 Uhr im Erdgeschoss des Job-Centers in Hameln (Süntelstraße 5). Sie ist öffentlich. Um 9.30 und 10.30 Uhr wird in Foren über das Thema "Qualifizierung in Zeitarbeit" informiert. Auch an den Ständen der 21 Aussteller – darunter 13 Zeitarbeitsfirmen – wird erläutert, wie Interessenten ihre Anstellungschance per Weiterbildung verbessern können.
© Dewezet 10. Februar 2009 19:00












