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Euro-Krise bremst Firmen im Weserbergland ausSa. 12.11.2011

Wirtschaft floriert – aber mit Investitionen sind die Unternehmen vorsichtig

Von Thomas Thimm

Weserbergland. Hohe Umsätze, gute Erträge, ausgelastete Kapazitäten – den Unternehmen in der Region geht es gut. Das ist das Ergebnis der Herbstumfrage des regionalen Wirtschaftsbarometers für das Weserbergland. Doch die Konjunktur-Medaille hat auch ihre Schattenseite: Die Euro-Krise schwebt wie ein Damoklesschwert über der Investitionsbereitschaft der Betriebe. In den oberen Etagen der Firmen stecken die Erfahrungen der Krise von 2008 noch klar in den Hinterköpfen. Angesichts der aktuellen Finanzkrise in Europa sind die Chefs deshalb vorsichtig und planen bei Investitionen in Maschinen, Kapazitäten und neues Personal eher zurückhaltend.

Die Hamelner TransForma Syndikat GmbH (TFSG), die die Herbstumfrage in Kooperation mit dem Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU) durchgeführt hat, sieht als Konsequenz aus dieser abwartenden Haltung „die Gefahr einer Dämpfung der regionalen Gesamtwirtschaft“, wie Geschäftsführer Thomas Mahrenholtz sagt. Allerdings ist er sich mit AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus auch einig, dass „ein solches kaufmännisches Verhalten unter den gegebenen Bedingungen betriebswirtschaftlich absolut vernünftig ist“.

Hinzu kommt, dass es für Firmen schwieriger wird, an Kredite zu kommen. In einer Situation, in der „den Unternehmen selbst das große Geld auf der hohen Kante fehlt“, wie Mefus sagt, fordern die Banken höhere Kreditabsicherungen. Die Banken können an dieser Stelle gar nicht anders, wie Gernot Koth von TFSG erklärt – die Gründe hierfür liegen in den gesetzlichen Bedingungen für die Banken sowie eben auch in der Euro-Krise: „Die Banken müssen zahlreiche Staatspapiere abschreiben, gleichzeitig ihre Eigenkapitalquote erhöhen und infolgedessen auch von ihren Kunden eine höhere Absicherung der Kredite fordern.“ Mefus ergänzt: „Das kommt in manchen Fällen einer Aufkündigung der Kreditlinien gleich.“

Trotz dieser Bedingungen zeigen sich die Unternehmen in der Herbstumfrage optimistisch: Mit 89 Prozent beurteilt der ganz überwiegende Teil der Unternehmen die wirtschaftliche Lage des ablaufenden Jahres als positiv (68 Prozent) oder zumindest als gleichbleibend (21 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. 62 Prozent der Betriebe haben ihren Umsatz in diesem Jahr deutlich steigern können, von steigenden Erträgen berichten 55 Prozent. Mefus: „Die aktuelle Situation ist wirklich gut.“

Auch mit Blick auf das kommende Jahr bleibt die Stimmungslage im Weserbergland trotz der verhaltenen Prognose der Wirtschaftsweisen, die für Deutschland ein Wirtschaftsplus von „nur“ 0,9 Prozent prognostizieren, optimistisch: 90 Prozent der befragten regionalen Unternehmen erwarten, den Umsatz nochmals zu steigern oder zumindest zu halten. Fragt man nach der Strategie für 2012, wollen die meisten Firmen trotz der guten Zahlen bei Umsatz und Ertrag im nächsten Jahr eher konsolidieren. Das wirkt sich auch auf die Personalplanung aus: Zwar gibt es grundsätzlich die Bereitschaft zu Neueinstellungen, aber auch hier planen die Firmen entsprechend ihrer grundsätzlich abwartenden Haltung eher verhalten.

Quelle: DEWEZET

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