Startseite | Presse

Krise ade – die Wirtschaft im Weserbergland boomtSa. 09.07.2011

Krise ade – die Wirtschaft im Weserbergland boomt
Dicke Auftragsbücher, Sonderschichten, Neueinstellungen und viel Optimismus


Von Thomas Thimm

Hameln. Die Wirtschaft im Weserbergland brummt so richtig: Die aktuelle Lage der hiesigen Unternehmen ist gut bis sehr gut, wie aus der Sommerumfrage des regionalen Wirtschaftsbarometers hervorgeht. Die allermeisten Firmen sind gut oder sogar bis über die Kapazitätsgrenze hinaus ausgelastet, ein Drittel der Betriebe hat einen Auftragsbestand von mindestens einem Quartal. Die Stimmung in der Wirtschaft ist also bestens, wie Dieter Mefus vom Arbeitgeberverband der Unternehmen im mittleren Wesergebiet (AdU) feststellt: „Das sind gute Nachrichten für die Region, die Unternehmen sind sehr zufrieden und sie stellen auch verstärkt ein.“

Der Aufschwung umfasst das gesamte Weserbergland und sämtliche Branchen, ist also breit angelegt. Mefus: „Wir befinden uns wirtschaftlich gesehen auf einem Hochplateau.“ So sind satte 87 Prozent aller Unternehmen zwischen Holzminden und Bückeburg derzeit zu mindestens 80 Prozent ausgelastet, Tendenz steigend. Thomas Mahrenholtz vom Marktforschungsinstitut „Transforma Syndikat GmbH“ sagt: „Wir haben derzeit den höchsten Wert im Auftragsbestand seit Beginn der Umfragen 2007.“

Es boomt also wie bundesweit auch an der Weser, und derartige Faktoren sorgen dafür, dass man in den Chefetagen im Weserbergland sehr positiv auch in die Zukunft schaut: Da 86 Prozent der Unternehmen für das zweite Halbjahr 2011 eine gleichbleibende oder sogar noch steigende Auslastung erwarten, strotzen alle miteinander nur so vor Optimismus. 20 Prozent der Chefs sagen auf die Frage „Wie sind ihre Erwartungen für das 2. Halbjahr 2011“, es werde „besser“, 68 Prozent antworten „gleich“, was in diesem Fall „gleich gut“ bedeutet – und nur 13 Prozent erwarten, dass das zweite Halbjahr schlechter wird.

Allerdings sind die Betriebe trotz aller positiver Vorzeichen noch nicht auf breiter Front bereit, groß zu investieren. Mefus: „In früheren Zeiten wäre in einer solchen Situation in Betriebserweiterungen, neue Maschinen und eine Aufstockung der Kapazitäten investiert worden. Jetzt sind alle etwas vorsichtiger und warten ab. Viele müssen nach der Krise erst wieder mehr Mut fassen.“ Das hängt nach Mahrenholtz’ Erklärung auch daran, dass nur 22 Prozent der Firmen für 2011 einen höheren Umsatz als im Vorjahr erwarten. Hier mache sich vor allem „die gewachsene Konkurrenz aus Fernost sowie ein gehöriger Preisdruck auf allen Märkten bemerkbar.“

Um der guten Auftragslage auch ohne Kapazitätsausweitungen entsprechen zu können, arbeiten viele Firmen mit Sonderschichten, Überstunden oder auch Samstagarbeit. Positiv für den Arbeitsmarkt: Dazu brauchen viele Firmen neue Mitarbeiter, und deshalb wird wieder verstärkt eingestellt. Zahlreiche Menschen haben bereits Arbeit gefunden. Und: 49 Prozent der Unternehmen wollen auch noch im weiteren Verlauf des Jahres Mitarbeiter einstellen.

Wobei sich allerdings auch schon wieder das nächste Problem auftut: Auch im Weserbergland fehlen Fachkräfte. Wie Mefus sagt, gibt es hierzulande zwar keinen flächendeckenden Fachkräftemangel über alle Branchen. Doch dafür sei das Problem in jenen Branchen, die betroffen sind, umso heftiger. So sehe es in den Spezialberufen in der Metallverarbeitung äußerst mau aus, so gebe es keine guten Bauhandwerker wie zum Beispiel Maurer oder Elektriker auf dem Markt, und Firmen, die Mitarbeiter für komplexe Vertriebs- und Verkaufsaktivitäten suchen, stünden ebenso auf dem Schlauch. Mahrenholtz drückt es bildlich so aus: „Die Zahl der akademischen Abschlüsse geht hoch. Dadurch zerschießen wir uns den betrieblichen Mittelbau, also zum Beispiel auf dem Bau den Gruppenleiter. Chefs haben wir genug und Leute, die die Schubkarre schieben können, auch. Aber Leute, die aus den Schubkarrenschiebern ein Team machen können und gleichzeitig den Ingenieur verstehen, davon haben wir zu wenig.“

Quelle: DEWEZET
© 2009 ARBEITGEBERVERBAND DER UNTERNEHMEN IM WESERBERGLAND (AdU) e.V., powered by dev4u® - CMS